Gräfelfing – Im Gegensatz zu
vielen anderen Gruppierungen
setzt der Bürgerverein
Gräfelfing Lochham (BVGL)
im Wahlkampf weniger auf
den möglichen Tunnel an der
A 96 als vielmehr auf die Stcimg1578a.JPG
2063 neu. Im Bürgerhaus informierte
der BVGL jetzt über
aktuelle Planung, Probleme
und Chancen der geplanten
Staatsstraße.


„Der Quellverkehr
belastet unsere Gemeinde
übermäßig, und das seit
Jahrzehnten“, sagte Wolfgang
Summer, ehemaliger Gemeinderat,
in seinem Vortrag über
die Historie der Straße. Im Anschluss
erörterte Günter Roll
eine mögliche Landschaftsplanung nach dem Bau der
neuen Staatsstraße. Die Autobahnausfahrt
und die Pasinger
Straße würden bis zum Friedhof
stillgelegt werden. Hier
könnten zahlreiche Freizeitangebote
wie eine Festwiese
oder ein Bolzplatz entstehen.
Außerdem erhielte man ein
großes Erholungsgebiet, die
Heitmeiersiedlung würde zudem
eine enorme Verkehrsberuhigung
erfahren.
„Die St 2063 neu ist nicht
nur als bloße Umgehungsstraße,
sondern auch als völlig
neues Verkehrskonzept zu sehen“,
so Roll. Dritter Bürgermeister
Till Reichert betonte,
dass der Freistaat Bayern immer
noch interessiert am Bau
der St 2063 neu sei und es hierfür auch eine schriftliche Zusage
gebe, die der Gemeinde
eine 50-prozentige Beteiligung
an den Kosten zusichere.
Der BVGL plädiert für den
Bau in kommunaler Sonderbaulast.
In diesem Fall würde
die Gemeinde die Kosten zunächst
vorstrecken und später
eine Rückzahlung aus dem Finanzausgleichsfonds
erhalten.
Vorteil hierbei wäre, dass
die Gemeinde selbst entscheiden
könne, wie gebaut werde
und so auch die Ablösesumme
für etwaige Tunnel und Brücken
an den Freistaat Bayern
entfalle. Seriöse Zahlen könnten
noch nicht genannt werden,
da sich noch vieles in Diskussion
befände. „Wir gehen
aber von fünf Millionen Euro
allein für den Bau der Umgehungsstraße
auf Gemeindekosten
aus“, so Reichert. Neben
einer Verkehrsmehrung
an der Würmtalstraße und Großhaderner Straße, die allerdings
auch völlig neu gestaltet
werden würden, hätte in
der Lochhamer und Aubinger
Straße der Bau der neuen
Staatsstraße eine Verkehrsberuhigung
zur Folge. „Wir sehen
den Lärmschutz ganzheitlicher
und nicht nur auf einen
Tunnel an der A 96 beschränkt,
auch wenn hier
selbstverständlich eine Lärmschutzmaßnahme
entstehen
muss“, betonte Reichert. In
der anschließenden Diskussion
äußerten einige Gäste ihre
Bedenken über die Entstehung
eines Südrings. „Mir ist
es lieber, es fahren 30 000
Fahrzeuge um Gräfelfing herum,
als 15 000 mitten durch“,
entgegnete Roll.

VON JULIA POST

Quelle: Münchner Merkur, Freitag, 22.02.2008, Nr.45, Seite 33

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