Gräfelfing – Musik und soziales
Engagement: Mit seinem
vierten Neujahrskonzert setzte
der Bürgerverein Gräfelfing-
Lochham (BVGL) auch
zu Beginn 2008 am Freitag in
der Neuen Aussegnungshalle
des Gräfelfinger Friedhofs auf
diese Mischung.

neujahrskonzert-2008.jpgAls Musiker engagierte der
BVGL Elisabeth Niggl, die als
Nachwuchstalent auf der
Panflöte gilt, sowie den
27-jährigen Konzertpianisten
Ronny Kaufhold, der bereits
vor der ausverkauften Philharmonie
Berlin spielte. Auch
der Kraillinger Joseph Haydn
Singkreis unter der Leitung
von Johannes Geyer war vertreten.
Der Bürgerverein setzte
für das Konzert, in dem unter
anderem Stücke von Händel,
Bartòk, Liszt und Telemann
zu hören waren, auf die
Großzügigkeit des Publikums.
„Ganz egal, wie hoch
die Spende ist, die Sie zum
Schluss in den Korb legen, wir vom
Bürgerverein sind uns sicher,
dass jeder Euro hilft“,
sagte Organisatorin Sonja
Mayer. In diesem Jahr ging der Erlös an den „Malteser Kinderhospizdienst“,
der sich an
Familien mit einem schwerkranken
Kind richtet. Die Schauspielerin Ulrike Kriener,
seit vielen Jahren Schirmherrin
des Kinderhospizdienstes,
betonte in ihrer Rede, dass das Geld nicht nur
aus finanziellen Gründen
wichtig sei. „Ihre Spenden
vermitteln Solidarität.“ Der musikalische Teil des
Abends gefiel aufgrund der
Vielfalt, sowohl die Kompositionen
als auch die Interpreten
betreffend. Barock, Klassik,
Romantik, moderne und
zeitgenössische Musik waren
zu hören. Der Joseph Haydn
Singkreis wandte sich geistlicher
Musik zu, Niggl und
Kaufhold spielten weltliche
Musik. Ronny Kaufhold
glänzte mit der epochalen
Etüde Nr. 12 in c-Moll, die fingertechnisch
anspruchsvoll
ist und aufbrausend, stürmisch,
laut und eruptiv ertönt.
Der Höhepunkt an dem
Abend war Kaufholds und
Niggls Interpretation der „Rumänischen
Volkstänze“ von
Bartòk. Hier zeigte Niggl, was
sie kann – sie spielte nicht nur
außergewöhnlich auf der Panflöte,
sie hatte auch eine bezaubernde
Ausstrahlung –
und sie stand auf charmante
Weise auf der Bühne: etwas
verlegen vor der eigenen Freude
und der Freude, die sie dem
Publikum gab.

Quelle: VON ILJA SIEGEMUND, Münchner Merkur, Dienstag 15.01.2008 Nr. 12

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