Bürgerverein ist für ganzheitliche und wirksame Maßnahmen gegen den Lärm

Auch der Bürgerverein setzt sich für den Bau eines Tunnels über die A 96 ein. Er
kritisiert jedoch, dass das Thema von den übrigen Gruppierungen und Parteien unsachlich
diskutiert wird und Wahlversprechungen gemacht werden ohne die negativen
Folgen einer Strukturveränderung zu sehen. Durch die Finanzierung des Baus mit
Gebiets verdichtender Baulandausweisungen, Gewerbeansiedlung und Einschaltung von
Investoren werden diese zwangsläufig geschehen.Der Bürgerverein ist in letzter Zeit fälschlicherweise als Tunnelgegner bezeichnet worden.
Diesem Bild widerspricht der BVGL. Der Bürgerverein setzt sich für geeignete
Lärmschutzmaßnahmen an der A 96 ein, die ausdrücklich auch den Bau eines Tunnels mit
einschließen. Lärmschutz für die Gräfelfinger und Lochhamer Bürger wird als das zentrale und
wichtigste Thema für Gräfelfing in den nächsten Jahren gesehen. Seit dem Ringschluss ist der
Verkehr durch Gräfelfing drastisch angestiegen. Der Bürgerverein betont jedoch, dass Lärm und
Lärmschutz ganzheitlich betrachtet werden müssen und Lärmschutzmaßnahmen sich auf alle
Lärmquellen und auf alle Ortsteilen beziehen müssen.

„Mit Initiativen wie den Bau der Entlastungsstraße 2063neu und städtebaulich integrierten
verkehrlichen Rahmenplänen für alle Gebietsteile der Gemeinde begegnet der BVGL dem Lärm
und Verkehr ganzheitlich. Es ist daher nur konsequent, dass wir für wirksame Maßnahmen im
ganzen Gemeindegebiet und gegen alle Lärmquellen eintreten“, erklärt der Fraktionsvorsitzende
und Bürgermeisterkandidat Till Reichert sein Anliegen.

Ganzheitliche Maßnahmen gegen den Lärm bedeuten für den Bürgerverein, wirksame und
realisierbare Lärmschutzmaßnahmen entlang der A 96, insbesondere die lärmreduzierende
Asphaltierung der A 96 sowie die Prüfung von Lärmschutzwänden oder einer Überbauung der A
96. Ganzheitlich bedeutet aber auch, dass Lärmschutzmaßnahmen entlang der Würmtalstraße
und entlang aller mit Durchgangsverkehr belasteten Straßen vorangetrieben werden müssen und
die Wohngebiete vom Durchgangsverkehr befreit werden müssen durch städtebaulich integrierte
Verkehrskonzepte. Einhergehen müssen die Maßnahmen mit dem Rückbau der Pasinger- und Planeggerstraße, der Verhinderung des Gewerbegebiets Steinkirchen im Trenngrün Gewerbegebietserweiterung
in Steinkirchen ohne Wenn und Aber sowie wirksame Lärmschutzmaßnahmen
entlang der S-Bahnstrecke.

Statt großer Wahlversprechungen zur Übertunnelung der Autobahn zu machen, wie es andere
Gruppierungen und Parteien derzeit leichtfertig tun, ist es dem Bürgerverein ein Anliegen, die
Wirksamkeit und die Realisierbarkeit solcher großen Planvorhaben im Auge zu behalten. Das
beinhaltet insbesondere die Prüfung einer realisierbaren Überbauung der A 96. Ein von der
Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten soll zuerst klären, ob nicht Alternativen wie der Bau
von Lärmschutzwänden oder eine Einhausung der A 96 zu einem genauso guten oder besseren
Ergebnis führen.
Der Wohn- und Erholungscharakter der Gartenstadt darf zur Finanzierung nicht mit
verdichtenden Baulandausweisungen aufgegeben werden, wie von anderen Parteien
vorgeschlagen wird. Ganzheitliche Lärmschutzmaßnahmen dürfen nicht dadurch konterkariert
werden, dass an anderer Stelle Lärmquellen und Strukturveränderungen geschaffen werden,
indem die letzten Grünflächen im Gemeindegebiet mit verdichtenden Wohn- und
Gewerbekomplexen bebaut werden. „Ich wundere mich, dass niemand in den anderen Parteien
und Gruppierungen realisiert, dass mit solchen Vorhaben wie Baulandsausweisungen die Büchse
der Pandorra geöffnet wird. Mit Fertigstellungskosten von weit über 100 Millionen Euro ist
Gräfelfing finanziell überfordert. Eine Gegenfinanzierung mit Baulandsausweisung auf den
wenigen Grünflächen, die Gräfelfing hat, bedeutet, dass jede Maßnahme gegen den
Gartencharakter mit dem Bau des Tunnels gerechtfertigt werden kann. Und diese sicher
einhergehenden Strukturveränderungen können nicht im Sinne der Gräfelfinger Bürger sein“,
warnt Till Reichert eindringlich.
Andere wichtige Projekte in der Gemeinde müssen trotzdem realisiert werden können. Projekte
wie die Neugestaltung des Jahnplatzes oder der Bau von Kinderkrippen und Pflegeheimen sowie
Lärmschutzwänden an der Würmtalstraße würden dem Großprojekt Tunnel untergeordnet
werden.
Im Hinblick auf die Finanzierbarkeit setzt sich der BVGL dafür ein, dass der Bund und der
Freistaat sich an den Lärmschutzmaßnahmen beteiligen. „Es spielt keine Rolle, ob die AIG von
70 Millionen Euro spricht oder realistischerweise von 120 Millionen Euro Baukosten auszugehen
ist, auf die jeweils noch die Ablösekosten an die Autobahndirektion von 50% der Baukosten
hinzuzuaddieren ist, wir sprechen jedenfalls von einer Summe, die nicht von Gräfelfing alleine
gestemmt werden kann“, erklärt Till Reichert seine Haltung, den Freistaat mit an der
Finanzierung zu beteiligen.

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