Harmonic Brass zündet wahres Feuerwerk beim Neujahrskonzert des Bürgervereins Gräfelfing-Lochham

Gräfelfing – Den richtigen Riecher bewies Sonja Mayer, als sie das Blechbläserensemble „Harmonic Brass“ für das
Neujahrskonzert des Bürgervereins in der Neuen Aussegnungshalle Gräfelfing vorschlug:
Zu Recht zeigte sich der Verein stolz und erfreut, das hochkarätige Ensemble für das Benefizkonzert, dessen Erlös der „Lichtblick Seniorenhilfe e.V.“ zugutekommt, gewonnen zu haben.

Aufmerksam auf die unterstützenswerte Hilfsorganisation war man durch mehrfache Berichte im Münchner Merkur
geworden. Mit dem Programm „Concerto Festivo“ präsentierte das fünfköpfige Ensemble einen Hit nach dem anderen
auf Höchstniveau. Selten hört an Händels „Einzug der Königin von Saba“ so virtuos, differenziert und nah am Original arrangiert. Auch die bekannte Orgel-Toccata und Fuge d-Moll von Johann Sebastian Bach büßte nichts an Klangfülle im Vergleich zur Orgel ein. Sämtliche Werke waren genial instrumentiert und arrangiert von Trompeter Hans Zellner. Schwungvoll moderiert von Hornist Andreas Binder bewegten sich die Musiker gekonnt zwischen „seriösem musikalischen
Arbeiten“ und „kichernder Jungenhaftigkeit“, wie auf der Internetseite humoristisch angekündigt. Regelrecht kabarettistische und choreografische Elemente erheiterten das Publikum bei Verdis Triumphmarsch aus „Aida“, bei dem beide Trompeter gleichermaßen brillierten, oder bei dem Abschluss „A Tribute to Frank Sinatra“, in dem Hits von „New York, New York“ über „Something Stupid“ bis „My Way“ zusammenfließen. Jeder der fünf Musiker – Hans Zellner und Gergely Lukàcs, Trompete, Andreas Binder, Horn, Thomas Lux, Posaune, Manfred Häberlein, Tuba – überzeugte jederzeit
durch überragende Präsenz, technische Brillanz und musikalische Flexibilität nicht nur in den zahlreichen Instrumentenwechseln.
Binder versprach nicht zu viel, als er ankündigte, sie spielten Orffs „O Fortuna“ „zu fünft wie 200“;  dabei verloren die Musiker nie die Kontrolle über ihre Instrumente und das Feingefühl für die Stilistik.
Vollends von den Stühlen riss es das Publikum bei der Zugabe, in der Tubist Häberlein derart flinke Finger und Zunge bewies, wie man sie kaum je auf einer Tuba gehört hat. „Da wir nicht im Orchester spielen, können wir uns im Ensemble eben mehr auf die Feinheiten konzentrieren“, sagte Posaunist Lux bescheiden.
Ein außergewöhnliches Ensemble in Klangfülle, meisterhaftem Können, mitreißender Spielfreude und differenziertester
Artikulationskunst.
Wer kann, sollte sich den 22. Juli im Kalender dick anstreichen: Da spielt Harmonic Brass ein erweitertes „Concerto festivo“-Programm in Schloss Nymphenburg.

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„Zu fünft wie 200“: (v.l.) Hans Zellner, Gergely Lukàcs, Andreas Binder Thomas Lux und Manfred Häberlein.

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