Bauausschuss folgt BVGL-Antrag und prüft neuen Standort auf Pferdekoppeln

Gräfelfing – Das Gräfelfinger Entsorgungsunternehmen Wittmann kann neue Hoffnung schöpfen, den benötigten größeren Standort in Gräfelfing doch noch zu erhalten. Nach einer Suche, die sich über Jahre hinzog und von diversen Rückschlägen geprägt war, gab der Bauausschuss jetzt für eine Prüfung des Wunsch-Standortes an der Würmtalstraße grünes Licht –
und das einstimmig.

Der Bürgerverein Gräfelfing-Lochham, der dem Unternehmen, das seit über 50 Jahren in Gräfelfing ansässig ist, traditionell verbunden ist, hatte mit einem Antrag einen neuerlichen Versuch gestartet, dem Entsorgungsbetrieb vor Ort eine Erweiterungschance zu bieten.

Bereits vor gut zwei Jahren hatte der Gemeinderat es mit knapper Mehrheit abgelehnt, Wittmann an der Würmtalstraße
im Bereich des Neurieder Weges eine Fläche zuzuweisen. Danach zerschlugen sich Pläne für ein Grundstück neben dem Friedhof, gegenüber dem gemeindlichen Bauhof – unter anderem wegen Bedenken der Nachbarn (wir berichteten).

Nun beantragte BVGLFraktionschef Florian Renner erneut, Wittmann auf der Fläche der Pferdekoppeln anzusiedeln,
die zukünftig durch die St 2063 neu vom Reitverein abgeschnitten und somit nicht mehr als solche nutzbar sein werden.
Der Bauausschuss beschloss in seiner Sitzung am Donnerstag, diese Pläne in der Gesamtschau des auf dem angrenzenden Martinsrieder Feld angedachten Gewerbegebietes zu prüfen. Mit Wittmann steht der dritte Anwärter für eine Teilfläche des Areals fest, neben dem Projekt Morphosys, das die Gemeinden Gräfelfing und Planegg gemeinsam verfolgen, sowie
den Überlegungen, die Swiss International School (SIS) dort anzusiedeln.

An der Größe der Fläche würde es nicht scheitern; sie reicht mit insgesamt 88 000 m2 für alle drei Nutzungen. Die Firma Wittmann benötigt für ihr Verwaltungsgebäude, den Fuhrpark und die Werkstatt 15 000 m2. Allerdings bleibt abzuwarten,
wie etwa die Regierung von Oberbayern sich positioniert. Immerhin gehört das Gebiet zum regionalen Grünzug und ist als Trenngrün ausgewiesen. Und schließlich dürfte die Meinung der Nachbargemeinde Planegg von Interesse sein. Es wäre nicht das erste Mal, dass Wittmann als neuer Nachbar mit Nasenrümpfen empfangen würde – auch wenn es nicht um Müll,
sondern um Büros geht.

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