Der 33-jährige Rechtsanwalt und amtierende 3. Bürgermeister gibt sich optimistisch; seine Kandidatur sei keineswegs rein taktischer Natur, um mehr Sitze für den Gemeinderat zu angeln. Reichert: ,,Ich trete an, weil ich Bürgermeister werden will.” Gegen den ,,Platzhirsch Christoph Göbel” sehe er eine ,,reelle Chance”. Man dürfe nicht unterschätzen, ,,wie viele Unzufriedene es gibt, wie viele sich auch einen unabhängigen Bürgermeister wieder wünschen”
Die BVGL-KandidatenDie Kandidatenliste, die der BVGL den Wählern anbietet (s. Bild) bestätigt die traditionell enge Bindung der Gruppierung zu den alteingessenen Familien und den Vereinen am Ort. Vor allem in der Feuerwehr wurzelt der Bürgerverein fest ­ auch nach der Ära Wolfgang Summer. Mit Wolfgang Schlauch, Kai Reichert und Jochen Schmick sind drei Ärzte dabei. Und sämtliche amtierende Gemeinderäte kandidieren erneut.Thematisch gibt der Bürgerverein zwar dem sozialen Engagement oberste Priorität, mit Forderungen nach internationalem Kindergarten, besserem Jugendangebot und einer ,,bedarfsgerechten Seniorenpolitik”. Überlagert werden dürfte dieses Thema allerdings von einem anderen: Der Bürgerverein outet sich als dezidierter Gegner eines Autobahntunnels über der A 96 und schafft damit eine Profilierung innerhalb der Ratsfraktionen.Mit den Kosten laut Reichert 170 Mio. Euro sei das Projekt zur Utopie verdammt, werde nach dem Sparprogramm von CSU und IGG jedoch viel Geld binden, das dann für akute Bedürfnisse fehle. Entschieden lehnt Reichert auch die von Göbel propagierte Verlagerung des TSV auf den Tunneldeckel ab, um Baulanderlöse zu erzielen. Reichert: ,,Diese Grünflächen dem zu opfern hieße, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.”

Münchner Merkur

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