sei_grillen_muell_b_344624b.jpgGemeinde lässt Grünanlagensatzung überarbeiten – Sperrzeiten geplant

(Münchner Merkur, 10.07.2009)

Gräfelfing – Wenn im Sommer am Wochenende die Sonne scheint, sind montags drei bis vier Mitarbeiter des Gräfelfinger Baubetriebshofs fast den ganzen Tag damit beschäftigt, an den Würmwiesen Am Anger aufzuräumen. „Wir haben vom Jugendhaus würmaufwärts ein Müllproblem“, sagt Helmut Degen, Leiter des Baubetriebshofs. Eine Änderung der Grünanlagensatzung soll Abhilfe schaffen.

Der Hauptausschuss beauftragte die Verwaltung am Dienstag einstimmig mit einer Überarbeitung der aus dem Jahr 1985
stammenden Satzung. Er folgte damit einem Antrag des Bürgervereins Gräfelfing-Lochham (BVGL).
Für BVGL-Gemeinderat Günter Roll ist der Abfall, den Nutzer der Würmwiesen liegen lassen, nicht das einzige
Problem. Anwohner klagten über Ruhestörungen. „Ich habe Beschwerden gehört, dass der Lärm manchmal bis 3 Uhr morgens nicht ufhört“, so Roll.

Die bestehende Grünanlagensatzung sieht jedoch keine Sperrzeiten vor. „Der Polizei fehlt die Handhabe einzuschreiten“,
so Roll. „Eine Zeitbegrenzung muss auf alle Fälle möglich sein.“

Ein generelles Grillverbot außerhalb der von der Gemeinde eigens dafür eingerichteten Plätze strebt er nicht an. „Die Leute, die immer sorgfältig aufräumen und in aller Ruhe feiern, sollen keinen Nachteil davon haben.“
Bürgermeister Christoph Göbel war skeptisch: „Mit einer Satzung ist noch nicht erreicht, dass sie auch eingehalten wird.“ Bei der Gemeinde gingen nicht viele Beschwerden ein. „Klassisch sind es die älteren Bürger, die sich beschweren,
und die jüngeren, die feiern.“

In der Grünanlagensatzung der Gemeinde Krailling, die man in Gräfelfing als Orientierungshilfe studiert hat,
steht, dass Anlieger in der Zeit zwischen 22 und 8 Uhr nicht gestört werden dürfen. Petra Schaber (IGG) fand das
zu streng: „Im Sommer ist es lange hell.“ Sie votierte für 23 Uhr. Frauke Schwaiblmair (Grüne) begrüßte eine Überarbeitung der Satzung. „Wir werden eine Regelung finden müssen.“ Gleichzeitig schlug sie vor, in den Sommermonaten mehr Abfallkörbe Am Anger zu installieren.

VON NICOLE KALENDA

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.