(Münchner Merkur 27.06.2009)

Gräfelfing – Gegen zwei Stimmen hat der Gräfelfinger Bauausschuss am Donnerstag den umstrittenen Bebauungsplan
für das Grundstück an der Ecke Würmtal-/Finkenstraße auf den Weg gebracht. Damit scheint der Widerstand
gegen die Pläne, hier die Firma Allguth anzusiedeln, keineswegs gebrochen. Im Gegenteil. Der Bürgerverein Gräfelfing-Lochham (BVGL) drohte in der erneut kontrovers geführten Debatte offen mit einem Bürgerbegehren.


„Das Wort Bürgerbegehren ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern eine reale Option, die im Hintergrund steht“, sagte BVGL-Gemeinderat Kai Reichert am Freitag auf Merkur-Anfrage. Darin spiegele sich nicht unbedingt der Willen der Ratsfraktion, jedoch die Stimmung an der Basis des BVGL. Reichert: „Es gibt viele Stimmen im Bürgerverein, die in diese
Richtung gehen.“

Zuvor hatte die Anlieger-Initiative Gartengemeinde (AIG) die „Sonderbehandlung“ der Firma mit einem
„eigenen Bebauungsplan“ und die angehobene Baudichte gerügt. Bürgermeister Christoph Göbel erwiderte, das Maß der baulichen Nutzung bleibe im südlichen Teil des Grundstücks, im Bereich mit Wohnbebauung, unverändert und steige lediglich an der Würmtalstraße leicht an.

Frank Sommers (Grüne) Antrag, das in U-Form angelegte Bürogebäude um den südwestlichen Trakt zu kappen, wurde mit 4:4 Stimmen abgelehnt. Indes ging das Gremium auf seinen Vorschlag ein, die Wohnbebauung im Süden kleinteiliger zu
gestalten.

Kai Reichert sagte, er habe „ganz große Probleme“, den Bürgern zu vermitteln, dass sie sich ans Baurecht halten müssten, während hier eine “Lex Allguth“ geschaffen werde. Das mochte Göbel nicht so stehen lassen. Er erinnerte daran, dass die Alternative zu dem Bürohaus „nicht beschauliches Wohnen, sondern Aldi“ sei – und das zulässigerweise.
Schließlich stimmten nur Kai Reichert und Hans Furbach (AIG) gegen den Bebauungsplan, der nun aktualisiert und öffentlich ausgelegt wird.

VON MARTIN SCHULLERUS

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