Von Gräfelfing erworbene Villa an der Ruffiniallee als Kindergarten ungeeignetRuffiniealle9 für Kunsthaus

Gräfelfing: Vom zweisprachigen Kindergarten zum “Haus für die Kunst”, diesen Weg nimmt vermutlich die gemeindliche Immobilie an der Ruffiniallee 9. Das Haus war als Kindergartenstandort erworben worden. Nun hat sich herausgestellt, dass die notwendigen Maßnahmen Sanierung, Umbau und Anbau wohl 1,8 Millionen Euro erfordern würden.


Das Haus sei zwar äußerlich noch durchaus ansehnlich, berichtete Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter am Donnerstag im Bauausschuss über die abgeschlossene Untersuchung des Gebäudes, im Innenbereich jedoch “in einem äußerst schlechten Zustand”. Überdies sei das Dach “zum Teil marode”, die Böden vielfach durchfeuchtet und die vierzig Jahre alte Heizungsanlage “unbrauchbar”. Zusammenfassend erklärte Breiter, das Haus sei “nicht als Kindergarten geeignet”.

Gerüchten zufolge hat sich die Gemeinde das marode Anwesen mindestens 900 000 Euro kosten lassen. Soweit sollen zumindest die Mitbewerber bei den Verhandlungen mitgesteigert haben, ehe die Gemeinde dann den Zuschlag bekommen habe. Alle Pläne, dort die Voraussetzungen für einen Kindergarten zu schaffen, lehnte der Bauausschuss ab. Der favorisierte zweisprachige Kindergarten “Sunrise ABC” soll nun möglichst an der Friedenstraße in Lochham Platz finden, der Waldorfkindergarten, der sein bisheriges Domizil verlassen muss, soll dann in das gemeindliche Anwesen an der Jahnstraße umziehen können. Zukunftschancen im Haus Ruffiniallee 9 will hingegen BVGL-Gemeinderat Kai Reichert der Kunst eröffnen. In einem direkt zur Sitzung eingereichten Antrag unterstützt Reichert einen Vorschlag des Kunstkreises, dort ein “Haus für die Kunst” einzurichten. Seit Jahren, argumentiert Reichert, würden Musik und Sport “in großem Maße mit jährlichen Zuschüssen” gefördert und knüpft daran die Forderung, dass dies in ähnlichem Maße auch für Kunst gelten müsse. Analog zu TSV und Jugendmusikschule fehle es jedoch “an einer institutionellen Einrichtung”, in der etwa die Schule der Phantasie dauerhaft Platz finden könne.

Die Verwaltung plädierte für die Ablehnung auch dieses Vorschlages. Breiter erwartet zwar deutlich geringere Sanierungskosten als im Falle eines Kindergartens, schätzte den Aufwand jedoch immer noch auf 1,3 bis 1,5 Millionen Euro. Das stieß im Ausschuss auf Widerspruch. Florian Ernstberger (IGG) wandte sich dagegen, den Antrag grundsätzlich abzulehnen. Frank Sommer (Grüne) plädierte dafür, nochmals genau zu prüfen, was dort unbedingt nötig ist, worin er von Wolfgang Frank (CSU) ausdrücklich unterstützt wurde. Auf Vorschlag von Vize-Bürgermeister Peter Köstler (CSU) einigte man sich einstimmig darauf, den “Grundsanierungsbedarf” zu ermitteln. Dann soll über die weitere Verwendung entschieden werden.

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