Gräfelfing: Der Bürgerverein Gräfelfing-Lochham (BVGL) zieht erneut mit Till Reichert als Bürgermeisterkandidaten in den Wahlkampf. Die Mitgliederversammlung nominierte den Fraktionschef im Gemeinderat ebenso einstimmig wie die Gemeinderatsliste.

Die BVGL-Kandidaten

Dass die Wahl einstimmig ist, heißt, dass ich auch selber an mich glaube”, erklärte Reichert nach seiner Nominierung. Schließlich galt Reichert schon länger als sicherer Bewerber. Dann kam der 33-jährige Jurist jedoch in eine nachdenkliche Phase, als er eine eigene Kanzlei gründete und sich fragen musste, ob Bürgermeisterwahlkampf und Kanzleiaufbau sich vereinbaren ließen, denn nach seiner Auffassung solle “ein Bürgermeisterkandidat auch Bürgermeister werden wollen”. “Das hat uns viel Überredung gekostet”, versicherte Gemeinderat Günter Roll, am Ende habe Reichert jedoch zugesagt. Und dies, unterstrich der Kandidat, in der Absicht, auch Bürgermeister zu werden. Er wolle eine echte Alternative zum “Platzhirsch Göbel” sein. Und dies in jeder Hinsicht. Schließlich sei Gräfelfing jahrzehntelang lang gut damit gefahren, mit parteifreien Bürgermeistern die Parteipolitik aus dem Rathaus herauszuhalten.Reichert verwies auch auf die Kandidatenliste des BVGL, die nicht nur eine “gute Mischung aus Jung und Alt” darstelle, sondern auch beweise, “dass wir die bessere Gruppierung sind”. Reichert und der stellvertretende BVGL-Vorsitzende Eric Bayer machten dabei übereinstimmend deutlich, dass das Wahlziel “vier plus zwei” laute. Zu deutsch, zu den bisher vier Gemeinderäten, die alle wieder auf der von Reichert angeführten Liste stehen, sollen zwei weitere hinzukommen.Bayer sieht als Hauptgegner des Bürgervereins die IGG und die neue AIG. Die IGG, rügte er, habe den “Zeitpunkt versäumt, sich zu erneuern”, während die AIG “den eigenen Vorteil in den Vordergrund stelle”. Bei den Parteien vermisst er die Konzentration auf die örtlichen Angelegenheiten. Kommunalpolitik diene dort oft nur als “Sprungbrett”.Reichert verwies in einer kurzen Bilanz auf die Erfolge der Fraktion sowohl im Hinblick auf Entscheidungen im Bereich der Kinder-, Jugend und Seniorenbetreuung aber auch im Hinblick auf den absehbaren Bau derneuen Staatsstraße 2063. Die neue Bauleitplanung werde in Gräfelfingeine “ausgewogenen Struktur erhalten”. Deutliche Zweifel ließ Reichertim Hinblick auf die nun von CSU und IGG in der Prioritätenlistefestgeschriebenen Ansparungen für eine Tunneldecke über der Autobahnerkennen. Auch die Heranziehung des TSV-Geländes zur Finanzierunglehnte er ab. Dadurch entstehe “eine Trabantenstadt mitten in Gräfelfing”. Reichert mahnte zudem eine Entscheidung für “realistischenLärmschutz” an, statt eine Maßnahme anzustreben, welche die Gemeindenach unterschiedlichen Schätzungen bis zu 170 Millionen Euro kostenkönne. Unterstützung fand er bei Wolfgang Summer, seinem Vorgänger alsBVGL-Fraktionschef: “Es ist nicht unsere Aufgabe als Gemeinde, eineBundesautobahn einzuhausen!”, sagte Summer.

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